Neueinstellung von Mitarbeitern - Fördermöglichkeiten für Unternehmen

Welche Förderungen für Unternehmer bei Neueinstellungen vorhanden sind. Ein Überblick über die Förderlandschaft.

  • Die Förderlandschaft in Österreich ist vielfältig. Umso wichtiger ist es den Überblick zu bewahren. Im folgenden Beitrag finden Sie eine Aufstellung österreichischer Förderungen, die bei der Neueinstellung von Mitarbeitern das Börsel der Arbeitgeber entlasten. Hat man erst den Schritt in die Selbständigkeit gewagt, ist man mit vielen Neuheiten konfrontiert. Für die meisten Unternehmer stellt sich früher oder später die Frage nach dem ersten Angestellten. Damit dieser Schritt leichter bewältigt werden kann, stellen unterschiedliche Institutionen verschiedene Förderungen zur Verfügung.

Förderung des AMS

  • Das AMS stellt einen Fördertopf für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) für die Einstellung des ersten Mitarbeiters bereit. Erfüllt man die Rahmenbedingungen, wird ein Teil der Lohnnebenkosten bezuschusst.

    • Die Förderung gilt für EPUs, die erstmalig, oder nach 5 Jahren wieder, einen Mitarbeiter einstellen. 
    • Die Höhe der Förderung beträgt 25% des Bruttoentgelts und wird 12-mal pro Jahr gewährt. Das Förderansuchen ist bei der regional zuständigen AMS-Stelle vor Aufnahme des Dienstnehmers, jedoch bis spätestens sechs Wochen nach Beginn des Dienstverhältnisses einzubringen.
    • Es muss sich bei der anzustellenden Person entweder um jemanden handeln, der für mindestens zwei Wochen arbeitslos gemeldet war oder aber unmittelbar seine Ausbildung abgeschlossen hat und beim AMS arbeitssuchend vorgemerkt ist. Jedenfalls ausgeschlossen sind jedoch Verwandte, Familienangehörige, freie Dienstnehmer oder Beschäftigte auf Werkvertrag.
    • Der Umfang der Arbeit muss mindestens 50% der gesetzlich geregelten oder kollektiv-vertraglich vereinbarten Arbeitszeit betragen und sich zumindest über eine Dauer von zwei Monaten erstrecken.
    • Achtung: Selbständige, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen, können diese Förderung nicht in Anspruch nehmen.
    • Ein besonderes Zuckerl gibt es für in Oberösterreich aktive Unternehmen. Das Programm 1plus1 setzt beim oben genannten AMS-Programm noch eine Förderung drauf. Die geförderten Unternehmen erhalten zusätzlich bei Einstellung des ersten Mitarbeiters in den ersten drei Monaten, sowie in den Monaten 10-12 des neuen Beschäftigungsverhältnisses, 50% der entstehenden Bruttolohnkosten.

  • Die Entgeltbeihilfe sorgt für einen Ausgleich behinderungsbedingter Leistungseinschränkungen. Förderungsvoraussetzung ist die glaubhafte Begründung der Leistungsminderung und, dass es sich bei dem Beschäftigten um einen begünstigten Behinderten handelt. Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach dem monatlichen Bruttoentgelt ohne Sonderzahlungen, zuzüglich einer Pauschalabgeltung für die Lohnnebenkosten von maximal 50%. Je nach Ausmaß der festgestellten Leistungsminderung beträgt der Zuschuss bis zu 50% der Bemessungsgrundlage, maximal jedoch monatlich EUR 700,-. Ist der Arbeits- oder Ausbildungsplatz einer Person mit Behinderung gefährdet, kann für die Zeit der Gefährdung ein Zuschuss zu den Lohn- und Ausbildungskosten in Form einer Arbeitsplatzsicherungsbeihilfe gewährt werden. Für die Dauer von maximal drei Jahren wird der Zuschuss nach den gleichen Bemessungskriterien wie bei der Entgeltbeihilfe berechnet. In Sonderfällen kann der Förderzeitraum auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden. Die Ausbildung von Lehrlingen wird ebenso mittels pauschaliertem Zuschuss zu den Kosten der Lehrausbildung unterstützt. Für eine Dauer von maximal drei Jahren beträgt das Förderungspotenzial bis zu 900 EUR monatlich. Für die Förderung von Ersatzkräften während der Elternteilzeitkarenz stellt das AMS eine weitere Förderung zur Verfügung. Bei Einstellung arbeitslos vorgemerkter Personen zahlt das AMS Zuschüsse in Höhe von 33,33% der Bemessungsgrundlage (laufendes Bruttoentgelt plus 50% Pauschale für Nebenkosten). Diese Beihilfe wird für eine Dauer von maximal vier Monaten gewährt. Zu guter Letzt sei noch die Eingliederungshilfe oder „Come-Back“ genannt. Gefördert wird damit die Einstellung arbeitslos gemeldeter Personen ab 45 Jahren sowie die Anstellung von Menschen, die mindestens sechs Monate (bei Personen unter 25 Jahren) bzw. 12 Monate (bei Personen ab 25 Jahren) arbeitslos vorgemerkt sind. Wenn Sie die Einstellung eines Mitarbeiters planen, lassen Sie daher nie die reiche Förderlandschaft in Österreich aus den Augen. Es lohnt sich, diese Angebote zu nützen.

Tipps

    • Erkundigen Sie sich vor Einstellung von Mitarbeitern über Fördermöglichkeiten
    • Suchen Sie den Kontakt zu den Landesbehörden, eventuell sind dort ebenfalls Fördertöpfe für Mitarbeiter vorhanden

Weiterführende Informationen